Das Bienowitzer Kuchenknallen

Manche Bräuche entstehen eines schönen Tages an einem bestimmten Ort durch einen Zufall und werden auch nur dort weitergepflegt. Ein solcher Brauch ist das Bienowitzer Kuchenknallen, das bislang auch nur für Bienowitz(Bienau) belegt ist. Das Liegnitzer Tageblatt vom 13. November 1936 beschreibt diesen Brauch folgendermaßen:


"Kuchenknallen" bei der Kirmes in Bienowitz
Ein ehemaliger Brauch

Da die Landleute dereinst zur Kirmes große Mengen Kuchen buken, glaubten auch die "Hütejungen", ein freies Anrecht darauf zu haben. Sie taten sich deshalb am Kirmesmontag zusammen, brachten ihre Peitschen in Ordnung und zogen geschlossen in die großen Bauerngehöfte des Dorfes. Hier stellten sie sich in einen Kreis und setzten ihre Peitschen nach Leibeskräften in Tätigkeit. Das gab ein recht sonderbares Konzert, das so lange gegeben wurde, bis die Bäuerin erschien und ein großes Stück Kuchen in den Korb der Hütejungen legte. Als Dank dafür gab es wieder ein Peitschenknallen. Dann zog man weiter in das nächste Gehöft, wo der Brauch von neuem geübt wurde.
Wenn im Laufe dieses Tages alle größeren Gehöfte aufgesucht worden waren, wurde die "erknallte" Kuchenmenge unter die Hütejungen geteilt. Der sonderbare Kirmesbrauch, der aus dem Jahre 1869 überliefert ist, schlief im Laufe der Jahre ein.